Donnerstag, 18. September 2014

Workshopideen zum Thema "Windkraft". (Teil I)


Windkraft ist ein interessantes Gebiet im Bereich alternativer Energien. In einem "Windkraft-Workshop" kann man die Kinder über das Potential der Windenergie aufklären sowie viele Gerüchte und Missverständnisse, die die Verblödungsindustrie im Auftrag der Atom- und Erdöllobby verbreitet, nachhaltig beiseite räumen. Würde jeder wissen, dass bei optimalem Wind etwa 200 Windräder einen Atomkraftwerk ersetzen könnten, hätte die Atomlobby viel weniger Zulauf. Wüsste jeder, dass ein Windrad aus unmittelbarer Nähe nicht mal ein fünftel der Lautstärke einer Autobahn  und nicht mal die halbe Lautstärke eines Fernsehens erreicht und wüsste jeder dass es unter den Windräder keine tote Vögel (im Gegensatz zu den toten Tieren entlang jeder Autobahn) liegen, hätte die Windenergie viel mehr Sympathie in der Bevölkerung. Alle Gerüchte kann man natürlich nicht aufzählen. Darum geht es hier auch nicht.

Ich überlege mir, welche Experimente und Modelle man in so einem Workshop mit den Kindern machen könnte . In Spielzugläden und bei Amazon findet man einige Bausätze zum Thema. Die Preise streuen von 10Euro bis 50Euro und aufwärts.
Mehrmals wollte ich für meine Neffen so einen Bausatz von Kosmos kaufen (eins von den teureren in dem Spektrum) und immer wieder hatte ich meine Zweifel, dass das Windrad funktionieren wird. Die beigefügten Motortypen, die im Modell als Generator dienen sollten, könnten nur bei sehr hoher Drehzahl eine ausreichende Spannung für das LED erzeugen. Diese Drehzahl ließe sich nur mit einem Getriebe erreichen. Und wenn ich mir die Plastikzahnräder auf der Packung anguckte, hatte ich meine Zweifel an dem Wirkungsgrad eines solchen Getriebe. Also mein Rat - Finger Weg von solchen Bausätzen. Diese Rezension  bei Amazon zu einem Kosmos-Bausatz beschreibt sehr treffend warum:

"Gut zur Veranschaulichung, schlecht in der Funktionalität. Pädagogisch nur halb wertvoll, da das Kind/der Jugendliche am Ende durch die schlechte Funktionalität stark ernüchtert wird und den Spass an der Sache verliert. "Windkraft? Geht ja garnicht ..."

 Diese Webseite brachte mich auf eine interessante Idee, dass ein Windrad nicht unbedingt den elektrischen Strom erzeugen muss, um die Energiegewinnung aus dem Wind zu veranschaulichen.
Es ist ein "Windradkran" bei dem ein Faden an der Achse gebunden ist. Durch das Drehen der Achse wird der Faden aufgewickelt, und kann somit kleine Gewichte, die an dem anderen Ende befestigt sind, hoch heben.
Dieser Aufbau bietet viele Möglichkeiten zum experimentieren. Man kann durch die Variation der Windradflügel  - Form, Fläche, Anzahl, Winkel - die Begriffe wie Drehmoment und die Drehgeschwindigkeit erläutern. Man kann kleine Wettbewerbe veranstalten: "Wessen Kran hebt größeres Gewicht" oder "Wessen Kran ist schneller". Man kann viele Messreihen aufnehmen um zum Beispiel die optimale Windradform für die vorgegebene Windgeschwindigkeit, Drehgeschwindigkeit und den Drehmoment zu ermitteln.

Nach einigen Versuchen habe ich ein Modell gebaut, das diese Experimente schnell ermöglicht.
Die Windradflügeln sind an einem Korken befestigt und lassen sich schnell austauschen. Als die Welle dient ein Schaschlikspieß. Die PVC-Röre (ca. 1,20 pro 2 Meter bei Hornbach) bieten der Konstruktion eine gute Stabilität und lassen das Modell so bisschen wie einen Windrad-Turm aussehen. Als die Verbundelemente für die PVC-Röre und zugleich als die "Lager" für die Achse dienen die Plastikdeckel von den PET-Flaschen.  Um die Gewichte schnell zu variieren, ist an dem Ende des Fadens ein starker Magnet angebunden. (Man braucht einen Stärkeren, da der "Kran" die Gewichte bis zu 100 Gramm  locker heben kann.)

Die Flügel kann man entweder in die eingeschnittenen Schlitze in den Korken  einsetzen und verkleben, oder mit den Zahnstochern bauen.

Die Zahnstocher-Variante bietet den Vorteil, dass man die Anzahl und den Winkel der Flügeln schnell ändern kann. Die Flügeln halten in dem Korken sehr gut und sitzen auch nach vielfachem Einsetzen, Drehen und Herausziehen fest.

Der Preis für ein solches Modell läge unter 2Euro. Für 1 Euro mehr ließe sich auch ein LED zum leuchten bringen - und das bei einer Windstärke, die man mit einem üblichen Ventilator bei niedrigster Stufe erzeugen kann. Am besten eignen sich die Motoren, die bei schwachem Strom und
höherer Spannung ihre optimale Drehzahl erreichen. Bei diesem Kleinmotoren Sortiment (Pollin.de, 10 Stück für 2.50 ) findet man einige 24V und 18V Motoren, die für ein LED ausreichende Spannung bei ca. 120rpm erzeugen.

In dem Teil II beschreibe ich einige Messungen und Experimente.



Donnerstag, 14. August 2014

Überlegungen zu einem Roboter-Kurs

Die Roboter-Kurse für Kinder sind sehr beliebt. Auch bei relativ hohen Preisen zw. 30-150 Euro sind solche Kurse in den Schulferien ausgebucht.

Bei den meisten Kursen werden die LEGO-Roboter eingesetzt. Dies bietet den Vorteil, dass die Kinder mit LEGO-Bausteinen in der Regel vertraut sind, und somit bei der knappen Zeit des Kurses sich auf die Programmierung konzentrieren können. Ein wesentlicher Nachteil ist natürlich der Preis für die LEGO-NXT-Sets.  Ein Set kostet ca. 300 Euro, was für viele Schulen und ehrenamtliche Kursleiter unerschwinglich ist.

Einige Kurse benutzen die günstigeren Varianten wie z.B. ASURO oder NIBObee, beide preislich unter 50Euro. Solche Roboter lassen sich jedoch nicht so einfach programmieren und sind eher für die Oberstufen-Schüler oder Studenten geeignet.

Eine interessante Möglichkeit für einen Einsteigerkurs bietet sich mit der Programmiersprache Scratch an. Scratch ist eine grafische Programmiersprache für Kinder, die sehr leicht erlernbar und intuitiv ist.
Die Programmierung geschieht wie auch bei LEGO NXT hauptsächlich mit der Maus. Obwohl die Sprache nicht in erster Linie für Roboter-Programmierung gedacht war, war es bei Scratch auch vorgesehen, dass Spezial-Hardwareboards angeschlossen werden könnten. Solche Ein/Ausgabe Boards sind jedoch in Deutschland wenig verbreitet und schwer zu beschaffen.

In der Version 1.4 (nicht die Neueste, aber noch gängig) gibt es die Möglichkeit aus dem Scratch heraus per TCP Nachrichten zu verschicken. Damit ließe sich ein einfaches Tool schreiben, dass irgendwelche selbst-gebaute Hardware anspricht.  Welche nur? In Windows 95-Zeiten käme als erstes die Parallele Schnittstelle in Frage. Die modernen Rechner haben sie leider nicht mehr.

Eine serielle Schnittstelle wäre auch eine Lösung. Einen USB-RS232 Adapter bekommt man schon für 3 Euro. Und viel mehr braucht man zum Einstieg nicht. Die RS232-Schnittstelle hat Steuerleitungen - 3 Ausgänge und 4 Eingänge. Damit könnte man schon nur mit 3 LEDs und 3 Widerständen (evtl. auch einem Knopf) ein Ampelmodell ansteuern.



Mit einem Motortreiber L293D könnte man auch einen Motor in beide Richtungen drehen. Dann bleibt noch eine Ausgang-Leitung frei.

Mit den Eingängen könnte man einfache Sensoranwendungen für Licht und Temperatur realisieren.
Für einen Anfängerkurs könnte es allemal ausreichen. Die Kosten pro Arbeitsplatz würden dabei unter 10 Euro liegen.

Was könnte man mit einem solchen Kurs vermitteln?
  • Ansteuerung von Hardware mit einem PC
  • Ein-/Ausgänge
  • Abfrage der Sensoren (auch wenn nur digitaler) mit einem PC
  • Visualisierung
  • Und natürlich die Grundlagen der Programmierung - Variablen, Schleifen, Entscheidungen.

Ich hoffe, ich komme bald dazu, einige einfachen Aufgaben auszuarbeiten und auszuprobieren



Donnerstag, 7. August 2014

Die Eindrücke und Erfahrungen aus dem Kurs "Experimentenwerkstatt bei CASA e.V."

Auf die Idee, diesen Kurs durchzuführen, kamen wir sehr spontan. Ich meldete mich im Februar nach einer sehr langen Kontaktpause bei CASA e.V. Wir trafen uns auf einen Kaffee, kamen auf "Jugend forscht" zu sprechen und überlegten, ob man bei CASA e.V. auch etwas Technisches mit Kindern machen könnte. Bis zum Termin Ende Juli gab es noch 4-5 weitere Treffen, bei denen die Idee immer deutlichere Gestalt annahm. Mit jedem neuen Treffen entfernten wir uns von dem ursprünglichen Vorhaben, eine Firma zu suchen, die im Rahmen einer CSR-Aktivität eine solche Veranstaltung durchführt und sponsert, und entschieden uns dafür, alles vollständig in eigener Regie zu machen.


Ich habe mich bereit erklärt, das technische Programm für den Kurs vorzubereiten und begab mich auf die Suche nach Projekten und Experimenten für Kinder. Und wer sucht, der findet. Den ersten großen Anstoß für neue Ideen gaben mir die Kontexis-Hefte. Daraus könnte man lernen, aus den einfachsten Mitteln Funktionsmodelle und Experimente aufzubauen. Viele Inspirationen gaben mir die Experimente von Arvind Gupta. Und nicht zuletzt gaben die Videos und Berichte von anderen Kinderkursen die Sicherheit, dass es absolut realistisch sei, einen solchen Kurs aus eigenen Kräften heraus durchzuführen. Es war ein riesiges Glück, dass ich irgendwann bei meinen Experimentenrecherchen auf die Firma Opitec stieß. Mit den Angeboten von Opitec konnten wir die Modelle aufwändiger und interessanter planen und kamen immer noch mit einem günstigen Budget aus. Gerade für Solarmodelle bietet Opitec besonders günstige Motoren und Solarzellen an.

Den Rest konnte man im Baumarkt kaufen und die Holzteile mit einer Dekupiersäge zurechtschneiden. Ich habe einige Modelle ausprobiert und zum Schluss beschlossen wir, dass es eine Auswahl zwischen einem "Solar-Windrad", einem Solar-Karussell und einem Solarauto geben wird.



Am Montag, den 28. Juli 2014, war es endlich soweit. Gegen 10 Uhr begann das Haus "CASA im Grünen" sich mit Kindern zu füllen. Pünktlich zum Anfang um 10:30 waren alle da. Alle Kinder, die sich für den Kurs angemeldet hatten, kamen freiwillig an ihrem ersten Ferientag, um etwas Neues zu lernen. Das war für mich schon ein mächtiger Motivationsschub.

Nach kurzer Vorstellungsrunde ging's zum ersten Experiment und zugleich zu einem kleinen Wettbewerb. Die Kinder wurden in Gruppen eingeteilt, sollten eine Luftballonrakete basteln und testen, wessen am weitesten fährt. Aus der Wettbewerbsidee wurde leider nichts. Obwohl ich diese Variante der Rakete mehrfach getestet hatte, funktionierte sie bei kaum einer Gruppe richtig.


Nachdem jede Gruppe ihre "Rakete" einmal gestartet hatte und die Kinder vom Experiment eher enttäuscht waren, setzte ich meine große Hoffnung auf das nächste Experiment – die Filmdosenrakete. Die Rakete wurde mit einer Brausetablette und Wasser "getankt". Die Kinder bildeten einen Kreis um die Filmdose und ich erklärte das Funktionsprinzip. Der erste Start ging gleich in die Hose – 10 cm Flughöhe. Mit rhetorischen Beschwichtigungen versuchte ich, die Zeit beim Auftanken der zweiten und dritten Filmdose sowie einer Kaugummidose zu überbrücken. Alles vergebens! Die Filmdosen fielen auf die Seite und es lief eine gelbe Brühe aus ihnen heraus. Die Kaugummidose blieb auch nach drei Countdowns stehen. Die Gesichter wurden immer länger. Wir gaben auf und fingen an, die Kinder nach ihren Ideen zu fragen, was die Gründe für die Fehlstarts wohl seien und wie man es verbessern könnte. Die Kinder waren sehr kreativ und zeigten auch gutes Verständnis für die Funktionsweise dieser "Rakete". Wir waren mitten in der Diskussionsrunde, als plötzlich BAM! Die Kaugummidose flog 10 Meter hoch. Die Langeweile war von den Gesichtern verschwunden. Die Kinder holten sich die restlichen Dosen und die Brausetabletten, um das Experiment selbst auszuprobieren. Hin und wieder flog eine Dose in die Luft. Das Highlight des Experiments war die Kaugummidose, die letztendlich auf dem Dach landete.

Nachdem der Tag gerettet war, fingen wir mit unserem ersten Bastelobjekt an – dem "Heißen Draht". Der Aufbau besteht aus einem Holz- bzw. einem Gipskartonbrett mit Batteriehalterung, Widerstand, kleiner Glühlampe, LED, einem Piezosummer und einem gebogenen 2mm Kupferdraht. Alle Bauelemente sollten mit Reißzwecken an das Brett befestigt werden. Der Zweck des Experiments war, die Grundlagen der Elektrizität und den elektrischen Stromkreis kennenzulernen. Die Aufgabe gefiel den Kindern gut. Nachdem die erste Glühlampe leuchtete, stieg die Begeisterung hoch. Alle Kinder waren voll beim Basteln dabei. Die Reißzwecken konnten nicht von allen Kindern in das Holz gedrückt werden. Dafür hatten wir kleine Hämmer und Holzstäbchen vorgesehen – etwa 10 cm lang und 1 cm im Durchmesser. Damit konnten die Reißzwecken reingeschlagen werden. Auch das Abisolieren, was auch nicht einfach ist, klappte nicht so ganz. Da waren die Betreuer gefragt. Die Idee, einfache elektronische Schaltkreise mit den Reißzwecken aufzubauen, nahm ich aus dem Kontexis-Heft "Reißzwecken-Technologie". Damit ging der erste Tag zu Ende.



Am zweiten Tag kamen alle 14 Kinder an ihrem zweiten Schulferientag wieder pünktlich zum Kurs. Die Freude der Kursleiter war groß. An diesem Tag wollten wir ein "Windrad mit Solarantrieb" basteln. Die Funktionsweise hatten die Kinder schon am Vortag kennengelernt. Sie wussten, dass das Modell weder ein guter Ventilator ist, noch die Windkraft nutzt, sondern dass es nur ein schönes Solarmodell ist. Nach dem Schleifen der Holzteile mit dem Sandpapier wurden die Bauteile Motor, Propeller und Solarzelle nach und nach ausgeteilt, und die Kinder haben alles meist eigenständig aufgebaut. Der Aufbau dauerte weniger, als wir von der Zeit her eingeplant hatten, deshalb hatten wir die Bastelarbeiten mehrmals für kleine Spiele und Experimente und Erklärungen unterbrochen.
 


Ein schönes Spiel haben wir uns spontan überlegt und ausgearbeitet. Es hieß – "Büroklammern angeln". Die Kinder haben mit einem Magneten eine Schere magnetisiert, indem sie immer wieder (ca. 50 Mal) mit demselben Pol an der Schere entlang führten. Danach wurde die Schere an den Griffen durch einen Faden mit einem Stift verbunden – fertig war die Angel. Auf einem runden Tisch waren Büroklammern verteilt. Nach dem Startsignal gingen die Kinder mit ihren Angeln zum Tisch und versuchten, sich von den Büroklammern so viele wie möglich zu "angeln". Gewonnen hat, wer den Magneten am schnellsten und öftesten an der Schere entlang fuhr, ohne den Pol zu verwechseln und somit die stärkste Magnetschere herstellte.
 


Da wir den Abschluss des Kurses mit den Wasserraketen feiern wollten, haben wir 3 Starts währen den Bastelpausen vorgeführt. Die Konstruktion, die ich ausgewählt hatte, war sehr einfach. Es gab nicht mal einen Auslösemechanismus - es wurde solange gepumpt, bis die PET-Flasche irgendwann von selbst flog. Nichtsdestotrotz  schaffte die Rakete es höher als das Schulgebäude. Die Begeisterung und die Überraschung waren sehr hoch. Die Kinder bekamen eine guten Vorgeschmack auf das Ende des Kurses.


Um die Funktionsweise eines Motors zu erklären, bereitete ich eine "Gummibärchen-Schaukel" und einen auseinander genommenen kleinen Motor, der dennoch funktionstüchtig war. Mit der Schaukel ( ein stromdurchflossener Leiter, der sich im Magnetfeld bewegt) wollte ich die Lorentzkraft erklären, mit dem gehäuselosen Motor - die Umschaltung des Magnetfeldes. Beides ist mir wenig gelungen, weil ich mich noch auf meinen Gedächtnis aus der Schulzeiten verlassen hatte. Die Kinder fanden die Experimente anscheinend dennoch interessant, weil einige zwischendurch damit selbst experimentierten und wollten sie sogar mitnehmen. Ich musste zum Schluss unter Kindern auslösen, wer die beiden Modelle bekommt.

Nachdem alle "Windräder" fertig waren und zu unserer gemeinsamen Freude auch an diesem schaurigen Tag draußen ganz gut drehten, haben die Kinder mit dem Bau ihrer Wasserraketen angefangen. Sie wurden in drei Gruppen aufgeteilt und bauten drei Raketen zusammen. Die Freude und die Aufregung rund um die Starts kann man schwer beschreiben. Alle drei flogen mehrmals in die Höhe – mit einigen Fehlstarts, einer "Explosion" einer der Startrampen und mit zwischenzeitlichem Hängen einer der Raketen in den Bäumen. Es war ein schöner und lustiger Abschluss.

Und wie geht es weiter? Es muss weitergehen. Die Kinder wollten sich schon für das nächste Jahr gleich anmelden. Diese Geduld berührt mich zutiefst. Ich hoffe, sie müssen gar nicht ein ganzes Jahr warten. Für mich war die Vorbereitungszeit und der Kurs selbst eine sehr intensive Erfahrung. Es war für mich auch eine große Freude, mit CASA zusammen so etwas zustande zu bringen. Die Organisation jenseits der Technik wie z.B. die Raumgestaltung, Verpflegung, Flyer haben die Mitarbeiter von CASA übernommen und hervorragend gemacht.













Donnerstag, 24. Juli 2014

Bastelwochenende mit den Neffen

Letztes Wochenende wollte ich mich auf meinen Neffen-Besuch ordentlich vorbereiten. Ich bestellte bei Opitec einige Bausätze und freute mich auf ein Bastelwochenende.
Die Lieferung kam schon am nächsten Tag nach der Bestellung! Voller Neugier öffnete ich das Päckchen und wurde stark überrascht. Die Bausätze waren nicht für "Weichlinge". Eigentlich waren die Bausätze nicht mehr, als die abgepackten Materialien, aus denen man die Modelle mit viel Fleiß und Handarbeit fertigen könnte. Man könnte die Materialien auch genau so gut in einem Baumarkt kaufen können. Nur der Preis, für den Opitec die Bausätze verkauft (eher verschenkt), würde nicht mal für die Fahrt zum Baumarkt ausreichen.

Wer vorgefertigte, ausgeschnittene Bauteile erwartet, sollte doch lieber weiter bei LEGO bleiben. Bei der Bestellung der Bausätze sollte man auch genau gucken, welche Instrumente fürs Zusammenbau benötigt werden.

Nach der Ankunft bei meinen Neffen (400km entfernt von uns) ging's am nächsten Tag los. Als erstes Modell haben wir das Mausefallenfahrzeug uns vorgenommen. Das Holz und die Spanplatte für das Rad ist bei dem Modell Balsa. Bei meinem 14-Jährigen Neffen dauerte das Zusammenbau einen ganzen Tag. Das Aufwändigste war es, die Räder auszuschneiden. Auch mit einer Dekupiersäge brauchten wir etwa zw. 2 - 3 Stunden dafür.
Bei der ersten Probefahrt würden wir alle belohnt. Auch auf dem Pflasterstein-Boden fuhr das Auto eine leichte Steigung hinauf. Auf einem glatten Boden schafft das Auto die Entfernung von18 Meter.

Als nächstes kam das Luftkissenfahrzeug dran. Diesem Modell aus Hartschaumstoff war nicht mal in einer Stunde gebaut. Nach einer Stunde, als der Kleber trocken war, wurde das Fahrzeug getestet.
Auch ohne Dichtung aus Folie hebte das Fahrzeug auf dem Pflasterstein ab  und fuhr fort. Auf dem Laminatboden wäre die Folienabdichtung völlig überflüssig. Die haben wir auch ausgelassen. Das Prinzip vom Luftkissenfahrzeug war für die Kinder einleuchtend. Die Hebe- sowie Fahrtfähigkeit hat alle meinen früheren Modelle aus Schuhkarton und Styropor bei weitem überstiegen.

Vor dem Aufbau sollte man die Kinder jedoch darauf vorbereiten, dass es sich dabei um ein Funktionsmodell handelt. Meine Neffen waren etwas verblüfft, als sie in der Packung keine Fernbedingung fanden. Ebenso war es für sie nicht sofort einleuchtend, warum die Batterie nicht "mitfliegen" darf, sondern in der Hand gehalten wird.

Das Periskop ist wahrscheinlich das einfachste Modell, das es bei Opitec gibt. Das Aufbau dauerte kau eine halbe Stunde.
Der Spaßfaktor ist groß, trotz der Einfachheit und dem kleinen Preis. Dieses Modell würde sich zu einsteigen in das Basteln auch bei den Vorschulkindern eignen.

Meine Nichte (11) baute zwischendurch die Solar-Sonnenblume. Es hat alles ebenfalls reibungslos funktioniert. Nach knapper Stunde stand die Blume schon im Garten und hat fleißig gedreht.
Quelle: Opitec.de

Bei den Solarmodellen macht es mir immer eine besondere Freude, die zwei immer wieder gestellten Fragen zu beantworten, bzw. die Aussagen zu bestätigen:
"Ja richtig, sie dreht sich nur von der Sonnenenergie",
"Ja richtig, wenn sie nicht gerade kaputt geht, wird sie sich ewig drehen, solange die Sonne scheint"

Donnerstag, 3. Juli 2014

Bastle ein Kaleidoskop, aber nicht mir der Alu-Folie

Ich fand die Anleitung bei TK sehr interessant, und wollte sie ausprobieren. Es ist immer ratsam, die Bastelsachen erst selbst ausprobieren, bevor man die Kinder zum Basteln an den Tisch holt.
Das Ausschneiden und das Zusammenkleben dauerte etwa 15 Minuten. Leider erst beim Ausschneiden habe ich die Anleitung genauer gelesen und festgestellt, dass auf dem Bild die Spiegelfolie abgebildet war. Ich dachte erst, das wäre die Alu-Folie.
Natürlich hat es mit der Alu-Folie nicht funktioniert. Das Bild wird nicht in den Wänden gespiegelt.
Anscheinend bin ich nicht der erste, der an der Spiegelfolie sparen wollte. Deshalb will ich hier vor dem Misserfolgserlebnis warne.
Ansonsten wäre es ein interessantes kleines Projekt, auf das ich noch zurück komme.
Fertiges "Kaleidoskop"

Ein Blick hinein




Montag, 30. Juni 2014

Eine funktionierende Luftballon-Rakete

Die Luftballon-Rakete ist ein sehr interessantes Experiment, mit dem man die Kinder unterschiedlicher Altersgruppen begeistern kann. Je nach Wissensstand und dem Kontext könnte man einige Naturgesetze und Phänomene dabei erklären. Mit den kleinsten Forschern könnte man die Gummibärchen auf die Reise schicken. Mit den Größeren könnte man den Rückstoßprinzip, den Luftdruck, die Reibungskraft, das Bernoulli-Gesetz, etc. besprechen.

Ich wollte dieses Experiment bei zwei Events vorführen und habe das am öftesten in den Experiment-Büchern oder im Internet zu findende Modell ausprobiert:
Quelle: http://www.leifiphysik.de
Das obere Bild beschreibt zwar das Prinzip ganz gut, hat sich jedoch in der Praxis nicht bewährt.
Es ist nicht leicht, ein aufgeblasenes Luftballon mit einer Hand am Trinkhalm mit der Klebeband zu befestigen. Zum Starten sind schon mal 4 Hände erforderlich. Ein nicht aufgeblasenes Luftballon kann man nicht mit dem Halm verkleben, da der Trinkhalm beim Aufblasen sich verbiegt und sich nicht mehr leicht an der Schnur bewegt. Außerdem, neigen die Klebebandstreifen dazu,  sich beim Schrumpfen des Luftballons zu lösen.

Es stand für mich schon mal fest:
  1. Der Trinkhalm, der an der Schnur gleitet, sollte an einem festen, leichten Material befestigt werden.
  2. Die Luftballon sollte mit dem Trinkhalm an einer Stelle verbunden werden, die sich nicht dehnt und nicht schrumpft.
  3. Zum Aufblasen und für die Richtungswechsel sollten die Luftballon und der Trinkhalm an der Schnur leicht trennbar sein.
Nach einigen Experimenten kam ich erst auf folgendes Modell:

Der Hals des Luftballon wird mit einem abgeschnittenen Teil vom Trinkhalm verbunden. So haben wir schon mal eine Befestigungsstelle am Luftballon, die nicht schrumpft.
An einem Styroporstück wird ein weiteres Trinkhalm fest mit dem Klebeband verklebt. An dem Gummiring wird wird dann der Luftballon in die gewünschte Richtung befestigt.

Das war schon ganz brauchbar. Die Rakete sauste gleichmäßig der Schnur entlang und schaffte etwa 8-10 Meter.
Leider war es für die Kleinkinder doch nicht so einfach, den Trinkhalm vom Luftballon mit dem Gummiring zu spannen. Das Ziehen am Gummiring erforderte bei den Kindern die ganze Aufmerksamkeit, so dass der Faden gelegentlich mitgezogen und gerissen wurde.

Schließlich kam ich auf die Idee, anstatt des Gummiringes einen weiteren Trinkhalm unten zu befestigen. Einen, der vom Durchmesser etwas kleiner als der am Luftballon ist.
So kann man den aufgeblasenen Luftballon sehr leicht durchs Ineinanderstecken beider Trinkhalme mit dem Styroporteil verbinden:

Gerade beim Schreiben fällt mir ein, statt des unteren Trinkhalms könnte man noch besser einen Zahnstocher nehmen können.

Viel Spaß beim Vorführen!



Mittwoch, 7. Mai 2014

Erste Bestellung bei OPITEC

Meine erste Bestellung von OPITEC ist nun angekommen. Solarmotoren, Solarzellen Zahnräder und einiges mehr. Alles Bestellte war dabei, die Rechnung lag auch bei. Kann man nicht meckern, ich war begeistert.

Am meisten war ich auf die TechCard gespannt. TechCard ist ein System aus Karton, Holz und Plastik, mit dem sich sehr schnell Funktionsmodelle realisieren lassen. Preislich liegen solche Modelle im Bereich ab unter 1 Euro, was TechCard für mich sehr attraktiv zum Ausprobieren macht.
Das Hauptelement bilden die Lochrasterkarten und -streifen - wie bei vielen Metallbaukästen. Statt den Schrauben kommen Verbindungselemente aus Plastik zum Einsatz. Für fahrende Modelle gibt es Räder aus Papier oder Holz und die 4mm Achsen aus Holz.
Das teuerste an dem System sind die Verbindungselemente aus Plastik (17Eur/200St.), wobei man auch ohne sie auskommt. Ein Tesafilm oder noch besser doppelseitiger Klebestreifen tun es auch. Mit den Plastikteilen werden die Modelle zwar sehr schnell aufgebaut, aber zum Abbauen braucht man deutlich mehr Kraft und einen Spitzen Gegenstand. Ansonsten kriegt man sie nicht auseinander. Somit scheiden sie für die Bastelarbeiten mit den Kindern aus.

Zum ausprobieren habe ich gleich ein Propellerfahrzeug gebastelt, was nicht mehr als 15 Minuten gedauert hat. Mein Fazit: OPITEC ist jetzt bei mir zum Bestellen von Bastelbedarf die erste Adresse.